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Das kleine MQ - Wacken-Special

SATAN

SatanWenn je eine Band den ganz großen Durchbruch verdient gehabt hätte, dann war das Satan. 1981 im englischen Newcastle von den drei Schulfreunden Russ Tippins (Gitarre), Steve Ramsey (Gitarre) und Graeme English (Bass) gegründet, probierte die Band anfangs verschiedene Schlagzeuger und Sänger aus, bis am Ende mit dem Sänger Brian Ross und dem Schlagzeuger Sean Taylor die Besetzung sich festigte, die in der Folge für einige Furore sorgen sollte. Zwei der ersten vier Demo-Aufnahmen (noch ohne die beiden) landeten auf der Single „Kiss Of Death“, die heute eine der meist gesuchten (und beinahe unbezahlbaren!) Metal-Raritäten überhaupt ist. Die beiden Stücke deuten schon an, worum es Satan musikalisch geht: anders als der Name vermuten ließe, ist das nicht Black- oder Death Metal, sondern ein recht komplizierter Stil, dominiert vor allem vom Zusammenspiel der beiden Gitarristen. Für Roadrunner nehmen die Engländer 1983 das superbe Album „Court In The Act“ auf, das heute zu Recht als bahnbrechendes Werk beurteilt wird. Dass die Band trotzdem den Durchbruch nicht schaffte, mag vor allem an ihrem Namen gelegen haben, der die Nähe zu einer Szene suggerierte, mit der sie musikalisch und ideologisch nicht das Geringste gemein hatte. 1984 zog die Band die Konsequenzen aus dem Namensdilemma und benannte sich in Blind Fury um. Leider änderte sie mit dem Namen auch den Stil und driftete meilenweit in den Hardrock-Mainstream ab. Die Fans nahmen's übel, die Kritiker auch; die Band nahm das Verdikt an und löste sich erst einmal frustriert auf. Nur um dann 1986 erneut als Satan und mit der brillanten Mini-LP „Into The Future“ wieder aufzutauchen. Es folgte das ebenso brillante Album „Suspended Sentence“ - und das altbekannte Problem mit dem Namen und den Assoziationen, die er fälschlicherweise provozierte. Auf Anraten der Plattenfirma nannte sich Satan daher erneut um, diesmal in Pariah. Weitere großartige Veröffentlichungen folgten und machten Pariah zu Kritikerlieblingen, doch der Durchbruch blieb beharrlich aus. Weshalb sich die Band 1989 erneut auflöste. Während Steve Ramsey und Graeme English zusammen mit Martin Walkyier Skyclad gründeten, schloss sich Tippins einer Folk-Rock-Band an. Dass Satan selbst 15 Jahre nach der Auflösung immer noch nicht vergessen ist, sondern vielmehr in der Rückschau weiterhin an Bedeutung gewinnt, belegen nicht nur die Fantasiepreise, die mittlerweile von Sammlern für einige ihrer Veröffentlichungen gezahlt werden, sondern auch die stetig wachsende Zahl von jüngeren Bands, die sich explizit auf Satan als Haupteinfluss berufen. Das ungebrochene Interesse an der Band ist natürlich auch den Musikern nicht verborgen geblieben, die sich daher auf dem Wacken Open Air 2004 erstmalig seit 1989 wieder gemeinsam auf eine Bühne stellen. Und zwar in der klassischen „Court In The Act“-Besetzung. Ein echter Höhepunkt des diesjährigen Festivals!


Wann: Freitag, 6. August
Wo: Party Stage
Zeit: 16:45 Uhr bis 17:45 Uhr
 
Satan im Internet
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