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Das
kleine MQ - Wacken-Special
QUIREBOYS
Die Chorknaben haben einige
verunglückte Namenswahlen hinter sich. Als sie die Band 1986 in
London gründeten, nannten Spike, Guy Bailey und Chris Johnstone
sie zuerst The Choirboys. Doch dann schlugen Arbeitskollegen von
Spike und Guy, die damals noch auf dem B au malochten, scherzhaft
vor, die Band solle ihrem Aussehen Rechnung tragen und sich The
Queerboys (die schwulen Jungs) nennen. Guter Gag, dachten die sich
und benannten sich tatsächlich in The Queerboys um. Ein
schlechter Gag allerdings im prüden und noch stark homophobisch
geprägten England der Achtziger, wie sich bald herausstellen
sollte. Doch zunächst sah alles ganz gut aus: Mit ihrem deftigen
Rock'n'Roll, der sehr stark am amerikanischen Southern Rock
orientiert war, deutliche Blueseinflüsse durchklingen ließ
und Guns 'N Roses, Molly Hatchett oder Great White stilistisch weit
näher stand als dem britischen oder europäischen Heavy Rock
dieser Dekade, sorgten die Queerboys schnell für Aufsehen in
London und entwickelten sich zu einer Art Hausband im legendären
Marquee Club, deren Konzerte regelmäßig bis auf den
letzten Toilettensitz ausverkauft waren. Dass Restengland von
schwulen Jungs wenig hielt, selbst wenn die in Wahrheit so straight
waren wie Joe Bloke aus Weatherfield, merkten die Queerboys zum
ersten Mal, als sie wegen ihres Namens aus dem Vorprogramm der Cherry
Bombz flogen. Als dann auch noch die Veranstalter des Reading
Festivals sie nur unter der Bedingung auf die Bühne lassen
wollten, dass sie ihren Namen änderten, gaben Spike und Co
klein bei: aus den Queerboys wurde die Quireboys. Dass die Quireboys
ganz und gar keine Chorknaben waren, stellten sie in den folgenden
Jahren unter Beweis. Den Anfang machten zwei Independent-Singles,
dann kam der Plattenvertrag und schließlich Sharon Osbourne,
Ehefrau von Ozzy und damals ganz nebenbei Kopf und Seele einer der
besten Managementfirmen des Rockgeschäftes. Mit Sharon Osbourne
als Managerin konnte kaum noch etwas schief gehen. Die Quireboys
wurden denn auch zu Superstars auf den heimischen Inseln, supporteten
Guns 'N Roses und die Rolling Stones und räumten Anfang der
Neunziger schließlich weltweit mächtig ab. Doch dann
entschied Sharon, dass ihr das künstlerische und persönliche
Wohlergehen von Ozzy, der gerade mal wieder heftig mit seinen
persönlichen Dämonen zu kämpfen hatte, über
alles andere ging, und setzte jeden, der nicht Ozzy und Osbourne
hieß vor die Tür – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als der
weltweite Durchbruch für die Quireboys zum Greifen nah war. Von
dem Schlag sollten sich die Quireboys lange nicht erholen. Ein von
Bob Rock überpoduziertes Album folgte noch im Jahre 1993, dann
wurde es sehr lange sehr ruhig. Die Pause währte bis 1999. Im
letzten Jahr des zweiten Jahrtausends meldeten sich die Quireboys
überraschend zurück, zunächst nur live, dann auch mit
den beiden Alben „Lost In Space“ und „This Is Rock'n'Roll“
zurück. Nach Wacken kommen sie mit dem brandneuen Album „Well
Oiled“ im Gepäck, und das zeigt die Band musikalisch deutlich
gereift und von ihrer stärksten Seite. Klassischer,
bluesorientierter Rock ist das, neun wundervolle Songs, auf denen sie
alle Register ziehen und beweisen, dass sie mehr denn je zu den ganz
großen Rock'n'Rollern gehören.
Wann:
Freitag, 6.
August
Wo: Party Stage
Zeit: 02:00 Uhr bis 03:00
Uhr
Quireboys im Internet
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