|
URL
hinzufügen
|
Nach unten schauen? Den Teufel werde ich!
Irgendwie
schaffe ich den Rückweg. Für die Überquerung
gibt’s sogar ein Zertifikat, eine Art Ehrenurkunde für
besonders wagemutige Höhenverängstigte, das am Ausgang des
Naturschutz-Areals in Empfang genommen werden kann.
Der
Friedensprozess ist im März in die entscheidende Phase getreten.
Gezwungen von den eigenen Wählern, mehr aber noch von den
Regierungen in London und Dublin, haben sich die Sinn Fein, der
politische Arm der IRA, und die militanten Loyalisten um den
protestantischen Reverend Ian Paisley endlich darauf geeinigt, die
Macht in der britischen Provinz Nordirland gemeinsam auszuüben.
Das beinahe fünf Jahre lang leerstehende Parlamentsgebäude
Stormont am Rande von Belfast ist wieder von Leben erfüllt.
Aber
für den Tourismus. Anders als die benachbarte Republik war
Nordirland bis vor kurzem noch touristisches Niemandsland. Bilder von
Bomben und brennenden Häusern und von Straßenschlachten
zwischen Katholiken und Protestanten waren beinahe alles, was aus dem
Norden der grünen Insel in die Außenwelt drang. Das Image
Nordirlands war entsprechend mies.
Der
Bürgerkrieg hat, anders als in den Städten Belfast und
Londonderry, selbst in seiner heißesten Phase kaum sichtbare
Spuren hinterlassen in den pittoresken Landschaften des Nordens. Vom
Massentourismus noch weitgehend unberührte dramatische
Küstenlandschaften kontrastieren mit den lieblichen Glens von
Antrim mit ihren kühlen Flußauen, wilden Wasserfällen
und einer einzigartigen Vegetation.
In
den Städten vernarben die Wunden des Bürgerkriegs ebenfalls
schnell. Belfast zum Beispiel ist heute eine weltoffene, vor
Lebensfreude übersprudelnde Großstadt mit einem riesigen
kulturellen Angebot, mit Clubs und Kneipen und gemütlichen kleinen
Cafés. Hier erwächst Dublin auf der eigenen Insel eine
charmante Konkurrenz.