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Tode von Spencer Dryden ein Rückblick auf: ![]() 40 Jahre Jefferson Airplane Am 10. Januar 2005 erlag der langjährige Schlagzeuger der legendären Rockband Jefferson Airplane, Spencer Dryden, im Alter von 66 Jahren einem Krebsleiden. Er gehörte der Psychedelic-Rockgruppe seit deren zweitem Album Surrealistic Pillow an, und saß auch bei deren Auftritten bei den Festivals von Woodstock und Altamont an den Drums. 1970 verließ Dryden die Gruppe und schloß sich den New Riders Of The Purple Sage an. Der Neffe von Charlie Chaplin wurde 1996 in die Rock Hall of Dame aufgenommen. Von Airplane zu Starship Jefferson Airplane treten erstmals am 13.8.1965 im Matrix, einem Club in San Francisco auf. Neben den Führungspersönlichkeiten Paul Kantner und Marty Balin gehören noch Gitarrist Jorma Kaukonen, Sängerin Signe Anderson, Bob Harvey am Bass und Schlagzeuger Jerry Peloquin dieser Urformation an. Durch experimentelle Farbprojektionen und aufwendige Lightshow überzeugt die Band nicht nur musikalisch, so daß sich der Ruf als guter Live-Act schnell in Kalifornien verbreitet. Schon recht bald werden jedoch Peloquin und Harvey durch Skip Spence und Jack Casady ersetzt. Als RCA Records beschließt 20.000 Dollar in eine PR-Kampagne zu investieren, entscheidet man sich für Airplane und der erste Werbefeldzug mit Sticker, Buttons etc. ist geboren. Im Mai 1966 verläßt Spence die Gruppe um eine andere West-Coast Band, Moby Grape, zu gründen. Seinen Platz nimmt nun der vom Jazz beeinflußte Spencer Dryden ein, und am 16. Oktober steht zum ersten Mal das ehemalige Modell Grace Slick als Sängerin auf der Bühne. Sie kommt von Great Society, von denen sie die späteren Hits „White Rabbit“ und „Somebody To Love“ mitbringt. Beide Songs erscheinen aber erst auf dem zweiten Album Surrealistic Pillow. Besonders das LSD geschwängerte
„White Rabbit“ spiegelt den Aufbruch einer ganzen
Generation in neue Dimensionen wider, und wird mit dem Psychedelic
Album After Bathing At Baxter’s perfektioniert. Daß die
Airplane sich jedoch nicht nur in Timothy Leary’schen
Drogensphären bewegen, sondern auch politisch provokante Ideen
verfolgen, beweisen die Musiker spätestens 1969 mit der Platte
Volunteers auf der im Titelsong zur Kriegsdienstverweigerung und im
ausdrucksvollen „We Can Be Together“ zu zivilem Ungehorsam
aufgerufen wird. Zuvor allerdings nimmt schon 1967 Bill Graham das
Management in die Hand und Jefferson Airplane etablieren sich mit ihrer
Synthese aus Folk-, Pop-, Jazz-, Blues-und Rockelementen im
amerikanischen Musikbusiness. Aufkommende bandinterne Unstimmigkeiten,
Streitigkeiten um Führungsansprüche und divergierende
musikalische Vorstellungen verhindern aber nicht, daß das
demokratische Kollektiv zu den wichtigsten Vertretern des San
Francisco-Rock avanciert. Der Sommer 1968 wird zur kreativsten Phase der Band und von der LP Crown Of Creation gekrönt. Außer den balladenhaften Klassikern „Triad“ von David Crosby, „Lather“ von Grace Slick und Marty Balin’s „If You Feel“ hebt sich der Titelsong „Crown Of Creation“, den sich der französische Filmregisseur Jean-Luc Godard für den Soundtrack seines Films An American Movie erwählt, aus einem epochalem Meisterwerk heraus. Bless Its Pointed Little Head, ein Live-Album, sowohl im Fillmore West in San Francisco, als auch im New Yorker Fillmore East mitgeschnitten, runden den heißen 68er Herbst musikalisch ab. Erste Soloprojekte zeichnen sich im Dezember des Jahres ab, als Kaukonen und Casady ihr Bluesunternehmen Hot Tuna ins Leben rufen. Finden sich zu den Aufnahmen des politischen Volunteers schon reichlich Branchenprominenz ein – David Crosby, Jerry Garcia von den Grateful Dead, Stephen Stills und der Pianist Nicky Hopkins unterstützen das Ensemble, zeichnen sich durch zunehmende Personalrochaden erste Zerfallserscheinungen ab. Blows Against The Empire, wieder mit reichlich Gästen eingespielt, leitet eine einjährige Pause ein, die mit dem Sampler The Worst Of Us überbrückt wird. Die 70er Jahre werden durch die Abwanderung Spencer Dryden’s zu den New Riders Of The Purple Sage eingeläutet. Ihn ersetzt Joey Covington, und der farbige Geiger Papa John Creach wird zum festen Bestandteil der Gruppe. Eine weitere Neuerung ist die Gründung des eigenen Labels Grunt, das mit dem Album Bark seine Prämiere feiert. Dennoch ist das Ende der Jefferson Airplane Epoche programmiert und wird am 22.9.1972 im Winterland
in Frisco mit ihrem Abschiedskonzert zur bitteren Realität. Als
Zuckerl im wahrsten Sinne des Wortes erweist sich das letzte
Studioalbum Long John Silver, das mit einer Marihuana gefüllten
Zigarrenschachtel, die jedoch leider nur das Innencover ziert, für
Aufsehen sorgt. Letzte große musikalische Unterstützung
kommt mit David Freiberg, dem Sänger und Bassisten der Quicksilver
Messenger Service. Das Live-Album Thirty Seconds Over Winterland wird
1973, nach acht Jahren musikalischer und politischer Innovation, zum
Abschiedsgeschenk an die Fans.Hot Tuna von Casady und Kaukonen, sowie Soloambitionen der anderen Protagonisten beenden endgültig den Flug der Jefferson Airplane, die zeitgemäß am 19.3.1974 ins Jefferson Starship umsteigen. Für die mit dem Fallschirm abgesprungenen Fans endet damit eine nicht nur musikalisch revolutionäre und bahnbrechende Phase, um einer mehr von kommerziellen Interessen geprägten Zeit Platz zu machen. Diskographie: 1966 Takes Off 1966 Surrealistic Pillow 1967 After Bathing At Baxter’s 1968 Crown Of Creation 1968 Bless Ist Pointed Little Head 1969 Volunteers 1970 Blows Against The Empire 1971 Bark 1972 Long John Silver 1973 Thirty Seconds Over Winterland 1989 Jefferson Airplane Link: www.jeffersonairplane.com © 2005 MuzikQuest /Andreas Probst |
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