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Dr. Fallah sei der Name, so stellt sich einer
der Mitreisenden vor, ein Mittvierziger mit freundlichem Lächeln und
großen, neugierigen Augen, und Professor für Physik sei er an der
Universität von Isfahan im Iran. Nach und nach gesellen sich weitere
seiner Kollegen zu ihm. Geographen, Theologen,
Erziehungswissenschaftler, Astronomen – die akademische Elite der
Universität von Isfahan auf Europatournee. Um die zwanzig iranische
Akademiker sind es, die mit dem Bus eine abenteuerliche Reise
unternehmen, die wohl selbst dem legendären islamischen Weltreisenden
Ibn Batuta Respekt abgenötigt hätte. Vom Iran aus sind sie mit dem Bus
in die Türkei gefahren, dann weiter mit dem Schiff nach Ancona, von
dort nach Spanien, Frankreich, Deutschland, Österreich und wieder
Italien. In Spanien haben sie Cordoba besucht, die Hauptstadt des einst
so mächtigen maurischen Kalifats. In Deutschland die Universität
Freiburg, die mit Isfahan enge Verbindungen pflegt. Universitäten haben
sie in allen Ländern besucht, neue akademische Verbindungen geknüpft
und alte.mit neuem Leben erfüllt. Nur die Briten wollten die
Reisegruppe, unterwegs mit einem Schengen-Visa, nicht auf die Inseln
lassen. Ein separates UK-Visum wurde ihnen ohne Angabe von Gründen
verweigert. Da hatte die Tagespolitik, die diplomatischen Verwerfungen
zwischen Teheran und London, die Professoren dann doch noch eingeholt.
Doch zunächst einmal ist da die Seereise von
Ancona nach Patras, eine lange, laue Nacht an Bord einer Superfast
Fähre. Wer bei Fähre an simple Rost-Kähne mit Ladeflächen für LKWs und
PKWs und einem überteuerten Schnellimbiss an Bord denkt, der sollte
spätestens jetzt schnellstens umdenken. Denn Superfast-Ferries bieten
viele Annehmlichkeiten, die Reisende eigentlich eher auf
Kreuzfahrtschiffen erwarten. Das Angebot reicht vom großzügig
dimensionierten Schwimmbecken auf dem Oberdeck über diverse Restaurants
unterschiedlicher Qualitätsstufen, Bordläden und Wireless-Internet bis
hin zu Luxuskabinen. Wieviel Komfort es sein darf, darüber entscheidet
allein der Geldbeutel. Wer die preiswerteste Version wählt, für zwei
Personen immer noch teurer als der Billigflieger, verzichtet auf
Kabine, Dormitorium oder Recliner-Abteil und nächtigt stattdessen auf
dem Deck oder in einem der Cafés, die rund um die Uhr geöffnet haben.