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LOST
IN TRANSLATION
Highlight
Video
Ebenso
lebensfroh wie melancholisch kommt der mit weitem Abstand beste Film
des Jahres daher. Sofia Coppola beweist nach ihrem sehenswerten
Debüt, The Virgin Suicides, mit Lost in Translation nicht nur,
dass Talent vererbbar ist, sondern auch, dass sie ihre eigene Stimme
gefunden hat und sich aus dem langen Schatten des übermächtigen
Vaters scheinbar mühelos herausbegeben konnte. Tatsächlich
muss sich die junge Filmemacherin, die ebenfalls für das
großartige Drehbuch verantwortlich zeichnet, ganz und gar nicht
hinter Francis Ford verstecken. Sofia wurde zurecht für die
gefühlvolle Umsetzung ihrer Geschichte mit Kritikerlob und
Preisen überschüttet. Mit Bill Murray als alternder
desillusionierter Hollywooddarsteller, der seinen verblassenden Ruhm
in Japan noch einmal in bare Münze umsetzen will, indem er sich
vor den Werbekarren spannen lässt und der Newcomerin Scarlett
Johansson als gelangweilte Frau eines Szenefotografen, gelang Coppola
zudem ein wahrer Besetzungscoup. Lost In Translation handelt von
einer Begegnung zwischen zwei Menschen, die so authentisch anmutend
wohl nur vor der, für westliche Wahrnehmung, bizarren Kulisse
einer japanischen Großstadt funktionieren kann. Murray und
Johannson sind verloren in einem Land voller Menschen, deren
Mentalität und Sprache sie nicht verstehen. Das ungleiche Paar
freundet sich in einem Hotel an und sie vertreiben sich gegenseitig
einige Tage lang ausgelassen, aber unschuldig die Zeit und die
Einsamkeit. Erzählt mit teils unterschwelligem Humor und
skurriler Situationskomik, bleibt die Motivation der Charaktere
jederzeit glaubwürdig. Phantastisches Erzählkino, wie man
es selten zu sehen bekommt.
©
2004/ Benno Limberg/ Muzik Quest
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