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KILL
BILL Vol I
Buena
Vista Home Entertainment
Quentin Tarantinos Vorliebe für
70er-Jahre-Filme und –Serien wird in seinem vierten Regiewerk erneut
überdeutlich. Gekonnt greift er nach seinem Ausflug in die
Blaxploitation-Filme dieses Mal Elemente aus Italowestern und
Martial-Arts-Streifen auf, würzt das ganze mit einer Prise Brian
DePalma, springt von Farbe zu schwarzweiß zu Anime und bricht auch
sonst wieder mit allen Konventionen des chronologischen Erzählkinos.
Mit Kill Bill Vol. 1 etabliert sich Hollywoods Splatter-Ästhet darüber
hinaus als Actionregisseur und drückt diesem Genre den unverkennbaren
Tarantino-Stempel auf. Wie gewohnt, bevölkern allerlei Freaks und
Perverse das Quentinsche Universum. Altbekannte Szenarien und
Accessoires aus Pulp Fiction, Reservoir Dogs sowie From Dusk Till Dawn,
für den Tarantino das Drehbuch verfasst hatte, begegnen dem Zuschauer
im Minutentakt. Kill Bill Vol. 1 ist ein farbenprächtiges,
durchgestyltes Larger-Than-Life-Movie, das die Möglichkeiten moderner
Kinoproduktion voll ausschöpft. Der Zusatz Vol. 1 deutet es an: Der
Film bricht mittendrin ab und so muss man schon Vol. 2 ansehen, um zu
erfahren, ob Uma Thurmans blutiger Rachefeldzug zu einem für sie
befriedigenden Ende kommt. Was der willige Tarantino-Jünger natürlich
mit Wonne tun wird. In gierig blutrünstiger Erwartung kann er sich also
bis dahin wieder in sein bequemes Leben zurückziehen, wo ihn kein
poppig überdrehtes Motorradbunny erwartet, das ihm mit dem
Samuraischwert irgendwelche Gliedmaßen abtrennt. Bonus: OF, Making Of (Die Ästhetik
der Vernichtung), Trailer von Kill Bill Vol. 1 & 2, Musik von
5,6,7,8s.
©
2004/ Benno Limberg/ Muzik Quest
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