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WOLF MAAHN
zauberstrassen
EMI
Okay, es war nie besonders cool Wolf
Maahn zu mögen. Wahrscheinlich liegt's daran, dass er aus Köln
kommt. Vor drei Jahrzehnten, als Wolf Maahn seine ersten Gehversuche
untenahm, waren die massgeblichen Musikmedien noch beinahe
ausschließlich in Hamburg und München angesiedelt
(Dortmund erschien erst wesentlich später auf der Landkarte) und
Köln war halt rheinische Karnevalsprovinz. Und so wurde auch
Musik aus Köln wahr genommen: Ein bisschen peinlich, ein
bisschen schräg und ganz bestimmt nicht cool. Ausnahmen wie Can
bestätigten da nur die Regel. Das Stigma Kölschrocker hing
und hängt seitdem ebenso hartnäckig auch Zeltinger, BAP
oder Brings an. Uncool eben. Und so wurde auch Wolf Maahn gesehen,
kölsch, uncool, aber dummerweise nicht zu ignorieren, denn seine
Platten verkauften sich auch außerhalb der rheinischen
Tiefebene bestens; mit dem Album „Libero“ zum Beispiel fuhr er
neben einigen Chartshits auch massives Edelmetall ein. Alben wie
Libero belegten zugleich, dass der Maahn ganz bestimmt kein Schaf im
Wolfspelz ist. Der Mann kann gnadenlos gute Songs schreiben, ist
unter Deuschlands Sängern einer der Besten, rockt und rollt,
spielt mit Stimmungen und Klangbildern, hat den Blues und ist ganz
einfach eine Klasse für sich. „Zauberstrassen“ belegt das
einmal mehr. Waren Maahn in früheren Tagen noch gelegentliche
Ausrutscher in Richtung Kitsch und Klischee unterlaufen, zeigt ihn
„Zauberstrassen“ endgültig gereift. Sein bisher bestes Album
ist das, und Stücke wie „Treibsand“ haben das Zeug zu
Klassikern. Definitiv eins von jenen Alben, die ich ohne Zaudern mit
auf eine einsame Insel nehmen würde.
© 2004 Gerold Horstmann
/ MuzikQuest
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