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"Ich fang den Schuss mit meinem Gehirn" schreibt uns Joachim Witt
auf der Rückseite des "Bayreuth 3" - Booklets ....und da bedarf es
schon ein wenig Anstrengung, um zu verstehen, was ihn zu solchen
Heftigkeiten treibt .....aber, ist die Botschaft wirklich so schwarz
mit dunklen Streifen? Witt ist quasi ein "alter Hase" im
Musikgeschäft, schon zu lange im Geschäft, um zu wissen, dass
man mit purer Verbalbrutalität kaum mehr Aufsehen erregen kann,
ohne auf die Nachhaltigkeit zu achten. Es ist vielmehr eine gelungene
metaphorische Betrachtung von gesellschaftlichen
Allgemeinzuständen, die Witt intensiv beobachtet und zielsicher
textlich verarbeitet. Allerdings, gelegentlich ist Witt´s Sprache
auch mehr als direkt ("Wo versteckt sich Gott") und offenbart damit die
Religion und all unter diesem Deckmantel verborgenen Auswüchse als
eines seiner dringlichen Themen.
Unterlegt werden seine Gedanken mit interessantem Rock,
abwechslungsreich instrumentiert, aber doch mit einem aggressiven
Zentrum, schwer, geradlinig, und im positiven Sinn pathetisch
melodiös .....Rammstein für Reiche, sozusagen. Witt beweist
mit "Bayreuth 3" seine in jedem Sinne stilistische Trittfestigkeit
eindrucksvoll und verweist vermeintliche Mitstreiter locker auf die
Plätze. "Ich spreng den Tag!" ...soviel sei noch gesagt!