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RIO KILEY


More Adventurous


Warner

Rio KileyMit ihrem dritten Album als Frontfrau der Band Rilo Kiley hat sich Jenny Lewis nun wohl endgültig vom Hollywood-Kinderstar Image verabschiedet. Als eine der wenigen Bands vom Saddle Creek Label die nicht aus Omaha stammen, fand sich das Quartett aus Los Angeles ja dort mit Gruppen wie The Faint, Bright Eyes oder Good Life in bester Gesellschaft. Um mit ihrem Alternative-Country-Rock jetzt auch breitere Hörergruppen anzusprechen dürfte der Wechsel zum Major Warner gerade recht kommen.
1998 in Kalifornien gegründet, verdienen sich Rilo Kiley ihre ersten Sporen als Supportslots für die Breeders, Pedro The Lion und Superchunk, um dann schließlich mit The Execution selbst auf Headliner-Tour zu gehen. Nach einigen Seitenprojekten, die der Vielseitigkeit ihres Sounds durchaus zuträglich waren, findet man sich nun erneut zusammen, um More Adventurous einzuspielen. Einmal mehr entzieht sich das mit einigen in der Szene bekannten Produzenten aufgenommene Werk allen groben Rastern. Hier treffen Pedal-Steel-Gitarren auf Indie-Rock-Donner, Kammermusikalische Streichersequenzen vermischen sich mit Ausflügen in die Singer/Songwriter-Schule. Allem voran aber die kryptisch-zynischen und nachdenklichen Texte, von Jenny Lewis mit ihrer herrlichen Stimme zwischen erdiger Verwurzelung und frech-görigem Mädchentum sämtliche Sympathien auf sich ziehend, vorgetragen.
Als Ergebnis glänzt More Adventurous mit elf völlig unposigen Songs, die mit ihren eingängigen Melodien für erfrischend unaufgeregten Sound sorgen. Auf eine intime Art bombastisch, tragisch und triumphierend zugleich und Inkonsequenz zur Tugend erhebend. Mit Songs wie u.a. der ersten Single „It’s A Hit“, mit seinen griffigen Gitarrenriffs, dem sentimentalen „Does He Love You“, oder dem lockeren, als zweite Auskoppelung angedachten Uptempo-Song „Portions For Foxes“ wird das Album zu einer Sternstunde des Indie-Pop-Rock und verleitet dem Gedanken Spielfreude vor Kommerzdenken zu stellen neue musikalisch gewichtige Nahrung.

© 2005 MuzikQuest/ Andreas Probst






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