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QUINTESSENCE
Oceans Of Bliss
Island/Universal

QuintessenceEine der ersten Musikformationen die Ende der 60er Jahre im wieder mal aufkeimenden Indienboom und läuternd klingender Hare Krischna Trance fernöstliche Philosophie in spacige Töne umzusetzen vermochte, waren die international besetzten Qintessence. In Londons damaliger Hippie Hochburg Notting Hill gründet im März 1969 der gebürtige Australier Ron Rothfield, Multiinstrumentalist und Schüler des New Yorker Jazzmusikers Lennie Tristano, diese von Folklore, Jazz und Rock beeinflußte Band. Die Musiker geben sich hinduistische Namen und verschmelzen indische Weisheiten mit meditativem Gruppensound. Zum Sextett angewachsen treffen sie mit ihrem Sound genau den Zeitgeist und erwecken vor allem mit den beiden ersten Alben In Blissful Company (1969) und Quintessence (1970) das Interesse von Kritikern und Publikum. Vor allem als Live–Band, der sich immer größerer Beliebtheit erfreuenden Open-Air Festivals, können Quintessence zu musikalischer Höchstform auflaufen. Man braucht den Kontakt zu den Fans, da sich der spirituelle Aspekt der Musik im Tonstudio nicht entfalten kann. Nach Dive Deep (1970) endet mit dem Album Self (1971) der Höhenflug in freiem Fall. Ideenreichtum und Spielfreude machen zunehmend professioneller Studiotechnik Platz – die Musik ist ihrer Seele beraubt. Das Projekt Kala, der ersten Abtrünnigen Codling und Jones scheitert schon nach dem Debüt, und zum Quartett geschrumpft verliert sich das einst so ambitionierte Ensemble auf Indweller (1972) in einem emotionslosen Ödland zwischen Cosmic- und Jazzrock, Elektronik und Folklore. Die künstlerische Eigenständigkeit ist abhanden gekommen und Quintessence trennen sich Ende 1972. Zu einem kurzen Aufkeimen des verdorrten fünften Elements kommt es 1975, als auf Initiative der Brüder Klaus und Rolf Fichter zusammen mit den Gründungsmitgliedern Raja Ram und Babaji einige Konzerte gegeben werden. Zu Plattenaufnahmen kommt es nicht.
Mit Oceans Of Bliss, an introduction to Quintessence, ermöglicht Universal einen umfassenden Überblick in die kreative Schaffensperiode der Band von 1969–1971. Wer also noch einmal, oder überhaupt als Prämiere in das bunte Treiben der Hippie-Ära eintauchen möchte, dem sei diese Compilation ans Flower Power Herz gelegt.

© 2003 MuzikQuest/ Andreas Probst




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