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ORISHAS


El Kilo


EMI

OrishasAls die Orishas 1999 mit ihrem genialen Meisterstreich und ersten Album A Lo Cubano, im Pariser Exil eingespielt, neben den Herzen ihrer kubanischen Landsleute auch die Fans in Frankreich, Spanien, Italien und Deutschland im Sturm erobern, werden sie stante pede als „Buena Vista Youngster Club“ gefeiert. Nach einer triumphalen Rückkehr in ihre Heimat, wo sie im Dezember 2000 an zwei Abenden Tausende lokaler Fans begeistern, dem zweiten Album Emigrante (2002) und der Auszeichnung mit dem Latin Grammy als beste HipHop-Band im letzten Jahr, steht nun ihr drittes Werk El Kilo ins Haus.
Mittlerweile zum Quartett geschrumpft, Livan hat die Band inzwischen verlassen, sprengt das restliche Trio Yotuel „Guerrero“ Manzanares, Hiram „Ruzzo“ Riveri und Roldan Rivero alle Genregrenzen zwischen Latin Music, HipHop, Pop und Rock. Mehr als 200 Konzerte mit so unterschiedlichen Künstlern wie Compay Segundo, Orquestra Aragon, Iggy Pop, Cypress Hill, Macy Gray, Manu Chao oder Marcus Miller haben den Orishas übergreifende musikalische Vielfalt verliehen, die sie nun in ihren Sound einfließen lassen können. Eine weitere Bereicherung ist auch die Zusammenarbeit mit dem Produzenten Andres Levin (Yerbabuena, Los Amigos Invisibles), dem zweiten Mann neben ihrem französischen Stammproduzenten Niko Noki. Der in New York lebende Venezolaner gilt derzeit als der innovativste Top-Latin-Produzent schlechthin. Yotuel zeigt sich dementsprechend begeistert: „Auf El Kilo spürt man die spirituelle und musikalische Unterstützung von Andres Levin, der unseren Rap, den Gesang, Melodien und die Texte bis ans Äußerste führte. Er hat dafür gesorgt, daß wir uns noch stärker selbst entdeckten, und darin summieren sich nun auch sechs Jahre Arbeit.“
Doch nicht nur stilistisch haben sich die Orishas enorm entwickelt, auch ihre verbale Schlagfertigkeit hat an Schärfe zugelegt. Daß sie sich dabei so wenig wie möglich von amerikanischen oder europäischen Vorbildern beeinflussen lassen, und speziell den doch größtenteils recht tumb dahindümpelnden US Gangsta Rap außen vorlassen, spricht für den guten Geschmack und erlesenen Stil der Musiker.
Bleibt zu hoffen, daß die Allmächtigen – nach den Göttern der Santeira, der verbreitetsten Religion auf Kuba ist der Name Orishas nämlich erkoren – selbigen weiterhin günstig gestimmt sind und die Band ihren erfrischenden Einfluß auf den HipHop lange ausüben kann.

© 2005 MuzikQuest/ Andreas Probst






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