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NICK DRAKE
Made To Love Magic
Island/Universal
Einer
wie der andere sind wir in unsere melancholische kleine Atmosphäre
eingeschlossen, wie Planeten, und drehen uns um die Sterne, unser
gemeinsames aber fernes Verlangen. Nick Drake war ein Meister der
melancholischen Töne und zählte zu den scheuesten und
introvertiertesten Persönlichkeiten der britischen Musikszene. Das in
seinem kurzen Leben entstandene Werk umfaßt lediglich drei Alben,
entstanden in den Jahren zwischen 1969-72. Arbeiten, die zwischen der
Musik eines Van Morrison und Tim Buckley anzusiedeln sind. Psychisch
ist der 1948 in Rangun geborene und in der Nähe von Birmingham
aufgewachsene Drake allerdings den Sachzwängen des Musikgeschäfts nicht
gewachsen. Noch als Literaturstudent in Cambridge von Fairport
Convention´s Sänger Ashley Hutchings in einem Pub entdeckt, bringt ihm
dieser Auftritt den ersten Plattenvertrag. Mit seinem Freund Robert
Kirby als Arrangeur entsteht 1969 Five Leaves Left (Island). Ein Album
voller tiefgründiger Lyrics, verschlüsselten, traurigen, oft
selbstquälerischen Botschaften und Erfahrungen. Trotz positiver
Kritiken bleiben die Verkaufszahlen hinter den Erwartungen zurück. 1970
nimmt der empfindsame Einzelgänger mit der Hilfe von John Cale und
einigen Fairport Convention Musikern Bryter Layter (Island) auf. Die
jazzig angehauchte „Sonnige Zukunft“ bestätigt seinen guten Ruf als
Insidertipp, verbessert die Erträge aber nicht merklich. In eine
schwere Identitätskrise geraten, zieht sich Drake in die ländliche
Einsamkeit von Tanworth-in-Arden, dem Platz seiner Kindheit zurück. Ein
Jahr soll vergehen, bis er im absoluten Alleingang und in nur zwei
Tagen, das Album Pink Moon (Island) realisiert. Ein Blick in die
schwarzen Löcher seiner gequälten Seele. Zu Drakes Gesang und Gitarre
addieren sich, bei fast allen im ersten Take aufgenommenen Stücke, nur
einige Pianopassagen. Nur selten wird die Gratwanderung zwischen
Hoffnung und Selbstzerstörung von optimistischen Strahlen erhellt. Nach
einer Therapie in der Nervenklinik, Ende 1972, versucht er im Haus
seiner Eltern zur Ruhe zu kommen. Nur noch als Komponist will der
Künstler tätig sein. Doch dazu kommt es nicht mehr. Am 25. November
1974 findet ihn seine Mutter tot im Bett. Nick Drake starb freiwillig
an einer Übersdosis Anti-Depressiva. Späte kommerzielle Anerkennung
findet die zu Lebzeiten stets unterbewertete Arbeit durch die
Verwendung seines Songs "Pink Moon" für einen Werbespot der Firma VW.
Musikalische Würdigung erfährt Nick Drake nun nach der alle drei LP´s
umfassenden Box Fruit Tree (Island, 1979) durch die CD Made To Love
Magic. 13 Re-mixed Perlen der Jahre 1968-74. Eine wehmütige Hommage an
einen unvergessenen Menschen.
© 2004 Andreas Probst/
MuzikQuest
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