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GOMEZ
Split The Difference
Virgin
Als
Einsteiger 1998 mit ihrem selbst produzierten Debüt Bring It
On mit dem Mercury-Musik-Preis für das beste Album
ausgezeichnet, kehren die Briten nun zu ihren Roots zurück. Nach
zwischenzeitlicher kurzer Schaffenspause hat man sich im tristen
englischen Industriestädtchen Portslade kaserniert, um gleich
hinter einer Lagerhalle für Kleintierbedarf zwischen Sahara- und
Arktik-Klima die richtigen Töne zu finden. Working From 9 To 5,
wie dereinst Abba. Aus einem Fundus von geschriebenen 50 Songs
schöpfend, öffnen Gomez nach dem eher gewöhnungsbedürftigen
und experimentellen Vorgänger In Our Gun nun mit Split
The Difference erneut das Tor zum geradlinigen Rock. Der immer
noch schwer einzuordnende Sound lebt von seiner dichten Atmosphäre,
ohne die Wurzeln des Blues aus den Augen zu verlieren. Kaum eine Band
ist so bemüht den Kontrast zwischen Raum und Verdichtung
sichtbar zu machen. Teamwork steht im Vordergrund, Songwriting und
Gesang teilen sich die Protagonisten. Eine latente musikalische
Identitätskrise ist überwunden, Musik aus dem Bauch heißt
die Devise. Zum ersten Mal mit einem externen Producer im Studio
vereinen sich auf Split The Difference verschiedenste
Einflüsse. Herauszuhören sind aktuelle Vorlieben für
Bands wie Kraftwerk, die frühen Solo-Werke eines John Cale, Bob
Logs Blues-Exzentrik, aber auch getragene, sentimental anrührende
Klänge. Die Songs sind auf das wesentliche reduziert und in
puncto Sound hat man sich auf die reinste Form geeinigt. Straight
rockend, trockenen Charme versprühend, ohne aber ganz auf
klassische Gomez-Attribute wie z.B. Background-Chöre
verzichtend, hat das Quintett einmal mehr ein individuelles und
unkonventionelles Album abgeliefert.
Gomez
© 2004 Andreas Probst/
MuzikQuest
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