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The
Coral
Magic And Medicine
Sony
Klassenerster,
1+. The Coral haben ihre Lesson gelernt. Besser kann kaum einer die
Sturm und Drang- Zeit des endsechziger Psychedelic Booms aufarbeiten.
Ob nun gewollt oder nicht, auf ihrem zweiten Longplayer Magic And
Medicine gehen die sechs Merseybeatler auf einen eklektischen Trip der
von Moby Grape oder Love über Byrds und Pop Art Experimental Band bis
zu den Doors oder The Seeds keinen wichtigen Einfluß dieser
Gründerjahre ausläßt. Verdunkeln sich jedoch bei den meisten Kopien
spätestens hier die Lichter, klingen The Coral nie schlechter als die
Originale. Hier ist soviel eigener Soul spürbar, der nur auf selbst
gemachten Erfahrungen erwachsen kann. So verzaubert Magic And Medicine
zur psychedelischen Zeitreise mit Deja Vu Effekt. Alles kommt wieder,
oft aber nur als schaler Aufguß. Hier ist der Musik eine eigene Seele
eingehaucht.
Schon das Debüt der sechs jungen Briten aus der Nähe von Liverpool The
Coral (2002), eher eine Sammlung von Singles und Eps, besticht durch
seine jugendliche Dynamik. Nun, nur sechs Monate später und erstaunlich
musikalisch gereift, reguliert erneut Sänger und Gitarrist James Skelly
den Puls der Band und entführt in eine Welt psychedelischer
Westcoastträume, schwerem City Blues und simpler Rock’n’Roll-Riffs. Die
ungeschminkte Direktheit von The Coral versetzt in die Ursprünge des
Pogo-Rock und eröffnet Parallelen zum Punk, wobei eine intellektuelle
Affinität zu Hobo-Dylan in der Covergestaltung zum Vorschein kommt,
erinnert das Design doch an Zeichnungen die dessen Alben Selfportrait
und Planet Waves zieren. Konzeptioniert, oder nicht, all das macht The
Coral zu einer ambitionierten Rockband, deren Erfolgsrezept, nämlich
die Mischung psychedelischer Elemente einst angesagter Frisco-Bands mit
britischem Beat wohl so aktuell wie lange nicht mehr erscheint.
Kombiniert man das mit der Frische und Unbefangenheit dieser Kids,
werden The Coral langfristig zu einer innovativen Bereicherung der
Musikszene heranreifen.
© 2003 MuzikQuest/ Andreas Probst
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