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24 hours party people
diverse
WEA

24 hours party peopleSoundtracks können ziemlich belanglos sein, lieblos zusammen gestückelt, kaum mehr als ein Marketingwerkzeug, deren einziger Zweck es ist, einen mäßigen Film zu promoten, ein paar Euro extra zu scheffeln. Dann gibt es Soundtracks, die über den Film hinauswachsen, zu einem Meilenstein der Musikgeschichte werden. Woodstock war so einer aus der letzteren Kategorie, Easy Rider ein anderer, A Hard Days Night, Tommy oder The Harder They Come sind weitere. 24 Hours Party People ebenfalls? Was diese Compilation sicherlich mit den vorab genannten gemein hat, ist, dass die Musik den Film geprägt hat, der Film ohne die Musik nicht denkbar wäre. 24 Hour Party People erzählt den Aufstieg und Untergang des legendären Factory-Labels sowie die Geschichte des Hacienda-Clubs – Prototyp für unzählige nachfolgende Clubs von London bis New York und Ibiza bis Berlin – und der berühmt-berüchtigten Manchester-Raves der Achtziger nach. Beide, das Label wie der Club, sind untrennbar verbunden mit Bands wie Joy Division, New Order, den Happy Mondays oder 808 State. Der Film beginnt mit einem Konzert der Sex Pistols in Manchester und endet mit der Geburt von Acid House. Der Soundtrack spiegelt die Erzählung. Er beginnt mit „Anarchy In The UK“ von den Sex Pistols, enthält natürlich den Titelsong des Films von den Happy Mondays, aber auch Stücke von The Clash (Janie Jones), Joy Division (Atmosphere, Love Will Tear Us Apart, Transmission, She's Lost Control), New Order (Temptation, Blue Monday, Here To Say), den Buzzcocks, The Durutti Column, A Guy Called Gerald, 808 State und Marshall Jefferson. Die absoluten Höhepunkte sind jedoch eine Liveaufnahme von New Orders Klassiker New Dawn Fades - performed von Moby, Billy Corgan und John Fruscianti während eines Moby-Gigs in L.A im Sommer 2001 - sowie das genial-schräge Hallelujah von den Happy Mondays.  24 Hour Party People lässt eine ganze Epoche wieder auferstehen, die Manchester für einen Herzschlag lang zu einem Ober- Zentrum der Musikwelt machte, in der Geburt von Acid House mündete und den Begriff Rave im Bewusstsein der Musikwelt etablierte. Der Soundtrack, so willkürlich die Zusammenstellung der Songs  und Bands auch scheinen mag, dokumentiert diese Sternstunde perfekt. Er kann in der Tat für sich alleine stehen und wird wohl den Film ebenso überleben wie einige der eingangs bereits erwähnten Kollektionen.
© 2003 MuzikQuest/Edgar Klüsener



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