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Das Buch

Mitlesen wie ein Buch entsteht. 100 Seiten lang lassen wir die Leser Schritt für Schritt verfolgen, wie ein Buch langsam entsteht. Jeden Tag werden wir eine weitere Seite hinzufügen, bis schließlich 100 Seiten online sind. Wer dann weiter lesen will, muss auf das Erscheinen des endgültigen Buches warten und für dieses dann auch bezahlen. Bis dahin jedoch wünschen wir gute Unterhaltung. Den Anfang macht der .....
PROLOG

Am Anfang war das Nichts. Ein großer Haufen Nichts im Nichts. Keine Zeit, kein Raum, keine Materie, weder Licht noch Schatten, einfach nur Nichts. Im Nichts schwebte der Geist. Er war das Nichts; er war alles und weniger als nichts. Der Geist existierte außerhalb des Nichts, war ein Teil des Nichts, war das Nichts. Der Geist hatte weder Anfang noch Ende, weder Ziel noch Absicht. Der Geist, der Nichts war, schwebte in sich selbst, aber Nichts war ihm nicht genug. Nichts war, erkannte er – da Zeit noch nicht existierte, ist schwer zu sagen wann - fürchterlich langweilig. Das Nichts bietet selbst für kleinste Geister kaum Abwechslung. Für große Geister noch weniger. Er wollte Etwas, er wollte Abwechslung, Spannung, Abenteuer. Also schuf er Etwas. Was nicht so einfach war, wie es klingt. Wenn der Mensch erschafft, dann erschafft er aus Etwas. Er nimmt Ton, formt ihn, brennt ihn, nutzt das Resultat dann als Vase. Er bricht einen Zweig ab, spitzt ihn an, raspelt die Unebenheiten weg und hat am Ende einen Stock. Dann muss er nur noch herausfinden, was er mit diesem Stock anfangen kann. Der Geist war Nichts, hatte Nichts, und doch schuf er. Aus dem Nichts heraus. Aus sich heraus. Es war seine erste Schöpfung. Und natürlich ging sie nicht ganz so glatt, wie er sich das vorgestellt hatte. Es gab einen riesigen Knall, Nichts flog auseinander und wurde Etwas. Der Geist flog auseinander und wurde Etwas. Er flog auseinander und blieb doch eins, untrennbar verbunden mit seiner Schöpfung, gleichzeitig distanziert von ihr, über ihr schwebend, unter ihr, neben ihr. Denn plötzlich machten diese Dimensionen Sinn. Etwas ließ sich beschreiben mit Begriffen wie Zeit, Raum, Dimensionen, rechten Winkeln, der Kreiszahl Pi und sechs aus neunundvierzig.

Etwas explodierte aus dem Nichts heraus mit einem gewaltigen Knall und begann sich auszubreiten. Breitete sich aus, veränderte sich. Materie wurde, und es wurde Antimaterie. Wo Materie auf Antimaterie traf, löschten sie sich gegenseitig aus. Yin und Yang in dem, was Milliarden Jahre später Kreaturen auf einem kleinen Planeten, der um eine unbedeutende Sonne am Rande einer unbedeutenden Galaxis kreist, Universum nennen werden. Yin und Yang, die Urprinzipien von Etwas, des Universums, des flüchtigen Flackerns in der unfassbaren Endlichkeit, das wir heute Leben nennen.




Der Geist, das Bewusstsein des neu erschaffenen ETWAS, Schöpfer und Geschöpfter in einem, hatte in den ersten Sekunden seiner auseinander fliegenden und sich rasend schnell wandelnden chaotischen Schöpfung zu viel damit zu tun, sich selbst zu sammeln, buchstäblich, um sich so konzentriert um seine Schöpfung kümmern zu können, wie sie es zweifelsohne verdient gehabt hätte. Verblüfft musste er, während er sich sammelte, zur Kenntnis nehmen, dass er Er war und doch nicht Er allein. Ein Teil von ihm hatte sich abgetrennt, ließ sich nicht mehr sammeln. Und doch war er da, dieser Teil, unabhängig von ihm und doch mit ihm verbunden, verwirrt, orientierungslos. Er konnte ihn spüren, mit allen unermesslichen Sinnen des Schöpfers. Er rief ihn, er lockte ihn, er befahl ihm, sich zurück in die große Einheit zu fügen, die Er war. Der, Der Aus Ihm Erwachsen War, weigerte sich. Aus unerfindlichem Grunde, nicht einmal sich selbst über das Warum im Klaren, wollte ER Neuerschaffen nicht wieder Bestandteil von Er Erschaffer werden. Er Neuerschaffen zog sich in sich selbst zurück, dehnte sich weit aus sich heraus, wurde Ab- und Spiegelbild. Materie - Antimaterie, Yin und Yang, Er Erschaffer und Er Neuerschaffen, Geist und Gegengeist, der Eine aus dem Anderen geboren.

Das Universum formte sich weiter. Protonen, Elektronen, Neutronen, Neutrinos, Atome, Moleküle, Gase, Hitze, Kälte, Licht-, Gamma-, Röntgen- und Radiostrahlung. Hier ein Klumpen Gas, langsam erkaltend, da eine Sonne, sich unmäßig blähend und siedend glühend. Immer weiter dehnte das Universum sich im Nichts aus, mit ihm der Geist, mit ihm Er Neuerschaffen.

Dann sprach Er Neuerschaffen zu Er Erschaffer: “Was hast du da nur angerichtet. Blankes Chaos überall, Unordnung, Turbulenz. Herrlich! So soll es auf immer sein.“

Er sprach natürlich nicht wirklich, denn erstens hatte er keine Stimme und zweitens war er Geist des Universums, mit diesem geboren, es durchdringend, von ihm durchdrungen. Er Neuerschaffen, Geist des Universums, sprach nicht, er, nun ja, er kommunizierte eben.

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