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Das Buch

„Woher zum Teufel willst du das denn wissen?“, fragte Neil, auf einmal sehr ärgerlich. Nicht einmal wegen des ungefragten Kommentars dieses komischen Deutschen in seinem Kopf, der ihn in den vergangenen Wochen und Monaten zu Fuß kreuz und quer durch Manchester gehetzt hatte, angeblich auf der Suche nach Spuren seiner Vergangenheit, wann immer die auch gewesen sein mochte. Neil hatte keine Ahnung, wer dieser Engels gewesen war, der zu sein die Stimme vorgab, aber er hatte ihn schon mehr als einmal gehörig genervt. Doch diesmal war es eigentlich weniger Engels ungefragter Kommentar, sondern ein unwillkommenes Gefühl allgemeiner, tiefer Depression, das ihn verstimmte. Der strahlende Sonnenschein ärgerte ihn, die Elster in der Silberbirke, die immer noch unverdrossen auf ihn einkeckerte, Cassandra, die irgendwo in seinem Kleinhirn vor sich hingrummelte; das Leben ärgerte ihn und vor allem Liams unspektakuläres Dahinscheiden, sein Leichnam, der nun kaum noch mehr war als ein Haufen Abfall am Wegesrand.




„Woher ich das wissen will?“, meldete Engels sich erneut. „Liam hat's mir gerade gesagt.“

„Liam ist tot“, erwiderte Neil unwillig. „Wie kann er's dir da gesagt haben?“

„Sein Körper ist tot, nicht sein Geist. Liam ist jetzt hier bei mir.“

Jetzt war Neil wirklich verblüfft. „Du meinst in meinem Kopf?“

„Was heißt in deinem Kopf?“ Engels klang aufgebracht. Die Diskussion darüber, wer in wessen Kopf existierte und warum Engels auf keinen Fall in Neils Schädel beheimatet sein konnte, hatten sie schon öfters, gelegentlich sehr erbittert, miteinander geführt. „Du weißt genau, dass nicht ich in deinem, sondern du in meinem Kopf existierst. Außerdem ist Liam nicht in irgendeinem Kopf, sondern hier neben mir. Er sagt, er muss jetzt gehen, aber vorher hat er noch eine Nachricht an dich.“



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