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Das Buch

Kapitel 1 – Ein Sommertag im Whitworth Park

In Neil Cassidys Kopf war mal wieder die Hölle los. Die Stimmen, die zu seinem Alltag gehörten wie der allabendliche Gang zur Suppenküche der Heilsarmee, plärrten und plapperten lauter als normal, mit einer Intensität, die ihn zu widerwilligem Zuhören zwang.

Neil saß auf seiner Stammbank im Whitworth Park und wollte eigentlich nur in Ruhe einen jener seltenen warmen Sommertage genießen, die selbst im tristen, ewig verregneten Manchester gelegentlich vorkommen. Doch in seinem Kopf herrschte lärmender Streit.

Die Zukunft“, kreischte irgendwo in seinem Hinterkopf mit schriller Stimme die ewig nörgelnde Cassandra, „ist ein fauler Apfel, von Maden verseucht, stinkend, unangenehm und von falscher Süße. Sie wird uns nichts als Verderben bringen.“

Ach sei schon ruhig, du alte Xanthippe“, grummelte in einer anderen Ecke von Neils Kopf eine tiefe Männerstimme, die von sich selbst behauptete, einem Captain George zu gehören. „Seit Wochen prophezeist du nichts als schwülstigen Horror. Mir steht's bis zur Halskrause!“





Als wenn du eine hättest, du gesichts- und körperloser Nichtsnutz“, keifte Cassandra zurück. „Außerdem, wer hat dich eigentlich um deine Meinung gefragt?“

Neil Gallagher konnte beinahe körperlich fühlen, wie sich die alte Cassandra in ihrer Rage aufblähte und seufzte resigniert in Erwartung eines weiteren endlosen Monologs über die Unbill des Lebens und die Niedertracht von Captain George, der sich wieder einmal unterstanden hatte, die große Prophetin des allgemeinen und manchmal auch sehr speziellen Verfalls aller Sitten und Gepflogenheiten der nach-hellenischen Ära mitten in einer Voraussage zu unterbrechen. Eher zufällig streifte sein Blick hinüber zum Rhododendron-Busch an der Biegung des gepflasterten Parkweges.

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