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In den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren
waren die britischen Inseln ein eher trostloses Pflaster für
Rockmusik der härteren Art. Ob einheimische oder ausländische
Band- sie alle fanden es schwer in einem Unfeld, das von jammerndem
Kunst-Britpop dominiert war, ein Bein auf die Erde zu bekommen. Doch
seit zwei oder drei Jahren rocken die Inseln wieder. Alte Herren wie
Iron Maiden oder Saxon feiern ihr Revival, junge und aufregende Bands
wie Amplifier oder The Music räumen auf ganzer Strecke ab, und
spätestestens seit Rammstein die Riesenhallen der Inseln
ausverkaufen und Nightwish oder HIM sich zu Metal-Superstars
entwickeln, wissen wir, dass die Briten auch europäischen Rock
wieder ins Herz schließen. Diese Erfahrung dürfen zur Zeit
auch die Scorpions machen, die nach beinahe einer Dekade Abwesenheit
gemeinsam mit Judas Priest die Inseln bereisen und sich Nacht für
Nacht für Nacht in restlos ausverkauften Hallen wieder finden, wo
sie von einem enthusiastischen Publikum mächtig gefeiert werden.
Dass die Band vor allem gnadenlos rockt und die Balladen weitgehend
zuhause gelassen hat, dürfte mit ein Grund für die grandiose
Stimmung sein, die auf ihren britischen Konzerten derzeit herrscht.
Wenn die beiden Nächte, die die Band in Manchester gespielt hat,
ein Maßstab sind, dann steht den Scorpions in
Großbritannien ein gewaltiges Comeback bevor.