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Soul
Pionier Ray Charles ist verstorben
Im
Alter von 73 Jahren ist Soul-Pionier Ray Charles in seinem Haus in
Beverly Hills im Beisein seiner Familie und seines Managers an
Leberversagen gestorben. Ray Charles gilt nicht nur als einer der
großen Pioniere des Soul, sondern war auch ein von Kollegen wie
Kritkern gleichermaßen anerkannter Meister des Blues, Jazz, Big
Band-Swings, ja sogar der Countrymusik. Der Pianist hatte sich schon in
seiner Jugend den Ruf eines musikalischen Genies erworben. Geboren
wurde Ray Charles Robinson, so der volle Name, am 30. September
1930 in Albany im US-Bundesstaat Georgia. Im Alter von sechs
Jahren erblindete er in Folge einer Bluterkrankung. Seine Eltern
schickten ihn daraufhin in eine Spezialschule für Blinde und Taube in
Florida, wo er seine Liebe – und sein Talent – für die Musik entdeckte
und unter Anleitung seiner Lehrer fort entwickelte. Auf der Suche nach
Engagements verschlug es den jungen Pianisten nach Abschluss der Schule
nach Seattle, wo er dann in lokalen Clubs als Solokünstler auftrat, der
sich und seinen Auftritt zunächst deutlich nach dem Vorbild von Nat
King Cole formte. Von Seattle aus sollte sich Ray Charles schon bald
trotz seiner Herkunft aus bitterster Armut, trotz seiner Blindheit und
trotz einer Zeit beklemmender Heroin-Abhängigkeit zu einem weltweit
respektierten und gefeierten Musiker der Ausnahmeklasse entwickeln. Mit
weltweiten Hits wie dem Klassiker 'Georgia On My Mind' – eine
emotionale Reminiszenz an seine Kindheit – oder „I Can't Stop Loving
You“ sammelte er Grammies wie andere Leute Bierdeckel: insgesamt zwölf
dieser höchsten Auszeichnungen der amerikanischen Musikindustrie wurden
ihm insgesamt verliehen. Am 23. May 2003 gab er in Los Angeles sein
10.000stes Konzert. Zu der Zeit stand es um seine Gesundheit schon
nicht mehr allzu gut. Eine Hüftoperation vor einigen Monaten
verursachte weitere gesundheitliche Komplikationen, die ihn schließlich
dazu zwangen, ein für vergangenen Monat in New York angesetztes Konzert
gänzlich abzusagen. Trotz seiner zunehmend ernster werdenden
gesundheitlichen Probleme hat er noch bis zuletzt mit Kollegen wie
Elton John, Norah James oder Johnny Mathis an einer neuen CD
gearbeitet. Mit Ray Charles verliert die Musikwelt einen
Ausnahmekünstler, der nicht nur ein großartiger Sänger, perfekter
Entertainer und ein exzellenter Pianist war, sondern auch ein
begnadeter Komponist, der sich den von Kollegen verliehenen Ehrennamen
Genius mehr als verdient hatte.
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