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Trotz Trauer um Papst:
Queen spielen in Rom
Signor
Bertolaso ist momentan kein glücklicher Mann. Er ist
verantwortlich für die Abwicklung der Beerdigung von Papst
Johannes Paul II, die Organisation der Trauerfeierlichkeiten und die
Koordination der verschiedenen offiziellen Veranstaltungen in
Zusammenhang mit beiden. Guido Bertolaso ist also ein schwer
beschäftigter Mann. Außerdem ist er ein Fan der britischen
Rockgruppe Queen. Oder vielmehr, er war ein Queen-Fan. Denn eben
diese Band hat ihm ausgerechnet jetzt Ärger bereitet. Queen war
für ein Konzert in die ewige Stadt gereist, das am Montag, dem 4.
April über die Bühne gehen sollte. Und die Band hatte
keine Veranlsassung gesehen, das Konzert nach der Bekanntgabe des
Hinscheidens von Johannes Paul II abzusagen. In einer
Presseverlautbarung erklärte die Band kurz und knapp: „Nach
Rücksprache mit lokalen Offiziellen sahen wir keinen Grund, das
Konzert abzusagen. Wir haben allerdings zu Beginn eine Schweigeminute
gehalten.“ Das Konzert in der Palalottmatica ging entsprechend
über die Bühne und war beinahe restlos ausverkauft. Die
Fans waren glücklich, die Band war glücklich, nur Guido
Bertolaso war nicht glücklich. In aller Öffentlichkeit
beklagte sich der derzeit wichtigste Mann Roms über seine
einstigen Helden und ihre Pietätlosigkeit. Schlechten Geschmack
wirft er den Briten vor, die übrigens mit Paul Rodgers als
Ersatz für den 1991 verstorbenen Freddie Mercury unterwegs sind.
Und Signor Bertolaso legt noch einen drauf: „Ich denke –
bei
allem gebührenden Respekt vor den Asichten anderer Menschen - dass
in unserer Hauptstadt in diesen Tagen des Schmerzes und der
Trauer keine Konzerte statt finden sollten.“ Immerhin, von Queen
mal abgesehen, hat sich der Rest der italienischen
Entertainmentindustrie weitgehend an Guido Bertolasos Vorgabe
gehalten: Alle Fußballspiele wurden abgesagt, Kinos blieben
zwar geöffnete, verzeichneten aber Einnahmeverluste in der
Größenordnung von rund 37 % und selbst die angesetzten
Regionalwahlen wurden kurzerhand verschoben.